Erfahrungsberichte unserer Auslandsfreiwilligen

Nachrichten von Hannah

12.05.2012, 10:00

Ibagué, Kolumbien

Wieder zurück von meiner Reise durch Peru und meinem Zwischenseminar in Bolivien, stand für mich zunächst die Planung meiner verbleibenden Zeit an, in der sich für mich viele neue Aufgaben ergeben haben:

Jakob und ich besuchten ein Zwischenseminar in Santa Cruz, Bolivien, wo wir mit anderen deutschen Freiwilligen eine Woche verbrachten. Anschließend trafen wir uns, wieder zurück in Kolumbien, zur Zwischenauswertung.

Wieder zurück in Ibagué und in der Fundación Concern Universal – Colombia (CU-C) ging für mich und das restliche Team die Planung und recht bald auch die Umsetzung unserer neuen Aufgaben los. Mit zwei anderen Mitarbeitern aus dem CU-C Team habe ich angefan¬gen, mit den Leuten aus dem Barrio (Viertel) Tierra Firme, in dem auch die Fundación CU-C liegt, und dem benachbarten Barrio Nuevo Amanecer zu arbeiten. Dabei gibt es Angebote für Kinder, Jugendliche, Frauen und Senioren. Mittwochs und freitags arbeiten wir mit Kin¬dern zwischen fünf und zwölf Jahren. Dem kolumbianischen Schulsystem angepasst, bieten wir morgens Aktivitäten für die Kinder an, die nachmittags zur Schule gehen und nachmittags für die, die morgens Unterricht haben. Dabei ist die Gruppe am Nachmittag mit über 70 Kindern aber sehr viel größer als die Gruppe am Morgen. Die zwei Stunden füllen wir jeweils mit unterschiedlichen Themen, darunter “Kinderrechte”, “gesundes Leben”, “Umweltschutz”, “Zusammenleben in einer Gemeinschaft”, etc. Zu jedem Thema haben wir Unterthemen entwickelt und verschiedene Formen, wie wir sie bearbeiten.

Als Bei¬spiel eine kurze Beschreibung des Ablaufs einer Gruppenstunde: Unser Überthema war an diesem Tag „Zusammenleben und Leben in Gemeinschaft“ mit dem Unterthema „Familie“. Zu diesem Thema haben wir mit den Kindern erst mal kleine Videos geguckt, in denen zum Beispiel verschiedene Lebensformen vorgestellt wurden. Hier in Kolumbien ist es üblich, dass drei Generationen oder auch Tanten und Onkel innerhalb einer Familie zusammenwohnen. Es gibt auch Familien, in denen die Kinder bei nur einem Elternteil aufwachsen. So haben wir mit den Kindern diese verschiedenen Familienformen erarbeitet, um ihnen aufzuzeigen, dass Familien ganz unterschiedlich sein können und es dabei keine Wertung von besser oder schlechter gibt. Anschließend wurden die Kinder in Kleingruppen aufgeteilt, um zusammen hilfreiche und schädigende Aspekte für ein familiäres Zusammenleben zu formulieren, sie aufzuschreiben oder zu malen. Diese Plakate hat jede Gruppe dann vorgestellt.

Jeden Freitag arbeiten wir abends von sieben bis neun Uhr mit Jugendlichen zusammen. Sie werden mit in die Planung und Durchführung von Projekten einbezogen, die für die Gemeinschaft des Vier¬tels interessant sind. Es wird aber auch mit ihnen zu verschiedenen Themenkomplexen gearbeitet. Diese für mich neue Arbeit macht mir viel Spaß, da ich bisher relativ wenig Kon¬takt zu den Jugendlichen aus dem Viertel hatte, was auch damit zusammenhängt, dass ich nicht selbst hier wohne.
Außerdem besteht für Jugendliche weiterhin mein Angebot, jeden Samstag an einem Theaterkurs teilzunehmen. Es haben sich zwar viele Jugendliche einge¬schrieben, doch simple Dinge wie starker Regen oder auch zu starke Hitze führen dazu, dass häufig nur ein Teil der Jugendlichen erscheint.

Auch meine Englischklassen führe ich in die¬sem Jahr weiter fort. Da sich die Gruppe aber mehrheitlich aus Kindern zusammensetzt, die letztes Jahr nicht teilgenommen haben, musste ich bei den Themen und dem Sprachniveau von vorne beginnen.

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Fundación Concern Universal – Colombia und der Gesamtschule Aachen – Brand habe ich eine Collage gestaltet. Ausgangs-punkt dafür war die Teilnahme der Gesamtschule an einem Wettbewerb, für den Jugendliche Fragen wie z.B. „Ich träume von einer Welt…“ oder „In meiner Stadt gibt es zu viel…“ beant¬wortet haben. Die gleichen Fragen habe ich auch Jugendlichen hier in Ibagué gestellt und alle Texte sowohl ins Deutsche als auch ins Spanische übersetzt. Mit den Texten und Fotos der TeilnehmerInnen habe ich dann eine Collage erstellt, sodass alle Leute, die in die Fundación kommen über die Partnerschaft und die Aktion informiert werden.

Ein großes Event, für dessen Planung und Durchführung ich mitverantwortlich war, ist die „Semana de la Salud“, also die Woche der Gesundheit. Wir haben für jeden Tag verschiedene Referenten eingeladen die mit unterschiedlichen Gruppen zu Themen wie “gesunde Ernährung”, “Sexualaufklärung” oder “Hygiene” arbeiten. Außerdem gab es das Angebot, sich impfen zu lassen oder einen Gesundheitscheck zu machen. Die Angebote wurden mit extrem großer Resonanz angenommen, sodass die Woche für Concern Universal – Colombia ein voller Erfolg war.

Zurück


Jetzt für ein Auslandsjahr bewerben!

Bewerbungsschluss für die einzelnen Projekte liegt zwischen dem 15. Oktober und dem 30. Januar jeden Jahres. Das heißt, dass Sie sich in der Regel bis zu einem dreiviertel Jahr vor dem gewünschten Einsatztermin bewerben müssen.